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Nachdenkliches

Gedanken einer Leserin

Ich habe den Text "Die Idioten von der Feuerwehr" gelesen und bin zu der Erkenntnis gekommen, dass man Euch nicht als Idioten bezeichnen sollte, auch wenn ihr mit quietschenden Reifen bei uns abbiegt oder mit dem Feuerwehrauto zu schnell durch ein Wohngebiet fährt. Ihr macht einen Job der sicher nicht zu den einfachsten gehört, aber ihr habt einfach das Problem, dass man ihn erst wirklich schätzen lernt, wenn man Euch zum ersten Mal gebraucht hat.

Ich wohne an einer Straße, an der die  Feuerwehr fast bei jedem Einsatz vorbeifährt. Auch wenn Ihr ohne Horn mitten in der Nacht zu einem Einsatz fährt, wird man davon wach, wenn ein LKW in den oberen Drehzahlbereich gejagt wird, dann zurück geschalten wird und der Fahrer wieder aufs Gas tritt, nur um ein paar Minuten früher am Einsatzort zu sein, um Menschen, Hab und Gut zu retten.

Wenn du die Augen öffnest und das Blaulicht das Zimmer mit Blitzen hell erleuchtet, dann fängst du an nachzudenken. Was ist passiert? Wohin fahren sie? Brennt es, ist es ein Verkehrsunfall mit Verletzten, oder einfach nur eine Ölspur? Man weiß es nicht. Diese Fragen stellt man sich nicht aus blanker Neugierde oder Sensationsgeilheit. Man lernt einige von den Männern kennen, die in dem Feuerwehrauto sitzen das gerade vorbei gefahren ist, wenn der eigene Bruder auch dabei ist. Plötzlich ist die Anonymität weg, die die Feuerwehr so lange Zeit hatte, bevor man zum ersten Mal einen von Euch getroffen hat. Es ist nicht mehr nur der emotionslose Kommentar: "As brennt!". Die Feuerwehr hat plötzlich nur noch indirekt mit großen roten Autos, brennenden Häusern und Zeitungsartikeln über Einsätze zu tun. Es sind die Menschen die man plötzlich vor sich sieht, vor allem wenn man unter ihnen Freunde gefunden hat, auch wenn man selbst nicht zur Feuerwehr gehört.

Und dann stehst du auf - ich zumindest, da mein Bruder noch keinen Piepser und zudem einen gesegneten Schlaf hat - und gehst in den unteren Stock um ihn zu wecken, damit er genau das tun kann, wofür er bei der Feuerwehr ist, anderen Menschen zu helfen. Dann auf dem Weg nach unten hörst du wie ein Auto umdreht und in Richtung Feuerwehrhaus davonfährt. Er kam also gerade nach Hause. Er war noch mit seinen Freunden weg und wollte um 10, halb 11 zu Hause sein, um am nächsten Tag ausgeschlafen in der Firma zu sein.

Doch es kommt halt oft alles anders als man denkt. Am späten Abend noch ein Einsatz, und kein Gedanke wird mehr daran verschwendet, dass man eigentlich ausgeschlafen sein wollte, sondern man macht sich auf den Weg zum Einsatzort. Vielleicht stellt er sich jetzt auch die Frage, was passiert ist, was in den nächsten Stunden seine Arbeit sein wird.

Und was macht man selbst? Man geht die Treppe wieder hinauf, wandert gedankenverloren durch ein dunkles Haus und denkt darüber nach, wie viel man eigentlich von ihnen allen gelernt hat, nämlich eine Sache über die persönlichen Anliegen zu stellen und dafür zu kämpfen. Doch es ist nicht das einzige was einen in solchen Momenten beschäftigt, man hofft auch, dass der kleine Bruder und seine Feuerwehrkollegen in einem Stück wieder nach Hause kommen.

Ich glaube, dass das eher etwas damit zu tun hat, was Ihr macht und was für Euch wichtig ist. Ich sehe es zumindest als Außenstehende so, die in dem Moment nichts anderes tun kann, als abzuwarten.

 

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