Technische Hilfeleistung

Einsatzaufgaben
Unter den Begriff "Technische Hilfeleistung" fallen jene Aufgaben im Feuerwehrwesen, die sich nicht oder nicht nur auf das Verwenden von Löschmitteln beschränken. Dieser Begriff gilt somit auch für Einsätze bei denen Aggregate, Maschinen oder andere technische Geräte bereitgestellt werden müssen. Dies sind vor allem Situationen bei denen sich Personen oder Tiere aus ihrer misslichen Lage nicht selbst befreien können. Dazu zählen Verkehrs- und Arbeitsunfälle mit eingeklemmten Personen, Assistenz-Einsätze für das Rote Kreuz und die Polizei sowie die Rettung von Tieren aus Gruben, von Dächern oder Bäumen. Aber auch Fahrzeugsicherungen und -bergungen, das Auftragen von Ölbindemittel sowie Hilfeleistungen bei Sturmschäden und Überschwemmungen, gehören in den Aufgabenbereich der Technischen Hilfeleistung. Auf Grund des immer größeren Aufgabenspektrums in der Feuerwehr, haben sich in den vergangenen Jahren die Einsätze in Richtung der Technischen Hilfeleistung verschoben.

Ein Teil der Einsätze fallen auf die klassische" f6-Alarmierung", das bedeutet eine oder mehrere eingeklemmte Personen nach einem Verkehrs- oder Arbeitsunfall. Dies ist für die Feuerwehr eine sehr besondere Herausforderung, da eine "Patientenorientierte Rettung" im Vordergrund steht. Hier ist es wichtig, gemeinsam mit dem Notarzt und dem Roten Kreuz eine Kommunikationsschiene aufzubauen, um eine bestmögliche Versorgung und Rettung der Verunfallten zu gewährleisten. In Anlehnung an deutsch-britische Vorbilder wurde das System der Dornbirner Blaulichtorganisationen in den letzten Jahren neu ausgeklügelt und verfeinert.

Eine neue Schwierigkeit stellen auch die Fahrzeuge mit den neusten Antriebstechniken und die Verbesserungen der Werkstoffe dar. Bei den so genannten "alternativen Antrieben" sprechen wir bereits von Erdgas-, Flüssiggas-, Hybrid-, Elektro- und Wasserstoffantrieben.

Um an solchen Technischen Einsätzen teilnehmen zu können ist es wichtig, im Vorfeld eine fundierte Ausbildung zu absolvieren, um im Ernstfall auf gewisse Gefahren und Besonderheiten vorbereitet zu sein. Oft geht das Erlebte auch an die Grenzen des psychisch Ertragbaren und ist ein wesentlicher Bestandteil der Ausbildung. Es ist daher nicht verwunderlich, warum die interne Ausbildung bei der Feuerwehr Dornbirn zwei Jahre in Anspruch nimmt, bevor die Feuerwehrmänner mit einer separaten Codierung auf Ihren persönlichen Pagern ausgestattet werden. Einen besonderen Wert wird auch auf die gemeinsame Ausbildung von Feuerwehr, Rotem Kreuz und den Notärzten in Dornbirn gelegt.

Ausbildung
- Absichern der Einsatzstelle
- Aufbau des Brandschutzes
- Fahrzeug- und Gerätekunde allgemein
- Stromaggregate, Bergewinde, Kran mit Winde
- Zuggeräte und Anschlagmittel (Seilwinde und Greifzug)
- Hydraulische, pneumatische und mechanische Hebegeräte
- Schneidgeräte (Schneidbrenner, Flex, Stichsäge, Motorsäge etc.)
- Hydraulischer Rettungssatz (Schere, Spreizer, div. Zylinder)
- Fahrzeugtechnik (Airbag, Gurtstraffer, Batterie etc.)
- Sichern und Stützen von Decken und Mauern
- Tiefen- und Höhenrettung
- Be- und Entlüftung (Leichtschaumaggregat)

Anschließend an die interne technische Ausbildung in der Feuerwehr können die Kurse "Technische Einsätze" und "Hydraulische Rettungsgeräte" an der Landesfeuerwehrschule belegt werden.